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  • Gepostet am 15. Dezember 2019
  • Autor/-in: © Ute M.

Dezembermärchen

KUCKs ‚Dritter Advent‘

(Teil 1)

Bei KUCKs in der weihnachtlich geschmückten Stube stöbern sie nach Geschichten. Sunny findet eine über vier Verbündete, die sich zur Weihnachtszeit verändern.

Dezembermärchen

Jeder Mensch trägt sie fast unsichtbar in sich. Sie sind wie vier Verbündete, die das warme Herz verzahnt wie ein Gartenzaun umzingeln. Von der Herzenswärme darf nie zu viel nach außen dringen, denn für Äußerlichkeiten brauchen die vier Verbündeten Eitelkeiten ihre eigene Bühne. Sie sind ein enges Team. Der eine Mensch trägt mehr und der andere Mensch trägt weniger dieaer vier Verbündeten in sich. Vorhanden sind sie in jedem Menschen, diese vier Eitelkeiten, diese vier Vervündeten.

Vier Verbündete

Schönheit, Erfolg, Bequemlichkeit, Stolz!

Das Dezembermärchen hat allerdings die magische Gabe, diese Vier bei einem Menschen zu belauschen. Das Märchen belauscht und erzählt, was diese vier aushecken. Das Unsichtbare wird im Märchen hörbar. Dieses Märchen erzählt von deren Gesprächen, ihren Träumen, denn eines Tages fragt die Schönheit doch tatsächlich den Stolz:

„Wie kann ich noch schöner werden?“
„Kauf mein Elixier! Wichtig, hör auf zu fragen, das macht Sorgenfalten“, sagt der Stolz zur Schönheit schroff, wie eine kalte Felsenklippe.

Zu anderen ist er schnell abweisend, aber wenn es um seine eigenen Gefühle, Befindlichkeiten geht, da ist er überaus empfindlich. Deshalb denkt er oft, und manchmal  ruft er sogar:
„Wer ist wie ICH?“ Das Echo kommt nie, denn alle Menschen tragen andere Stolzgrößen in sich. Zwar lieben alle Stolz-in-sich -Verliebten,  wenn sich alles an ihnen orientiert. Das kann auf  Dauer für alle sehr anstrengend sein, wenn der Stolz zu groß gewachsen ist. Der durchschnittlich große Stolz ist dagegen sogar sehr gesund für den Menschen, wenn er dem eigenen Selbstbewußten Halt gibt. Zu wenig Stolz im Menschen ist genauso schlimm, wie zu viel Stolznicht. Dieser Mensch, in dem Riese Stolz sein Unwesen treibt, dieser Mensch heißt Xaver. In diesem Märchen ist führt sich der  Stolz im Menschen Xaver wie ein großer Baum auf, der den anderen drei Eitelkeiten so wenig Platz und Licht übrig lassen will, wie nur kleine Pilze damit zufrieden sein können. Es ist ein ständiges Kräfte messen zwischen den Vieren, im Menschen Xaver. Doch auch dieser riesige Stolz wird einmal alt.

In die Jahre gekommen, merkt sogar dieser Baumriese von Stolz, immer so viel Stolz präsentieren zu müssen, das ist auf Dauer sehr Kräfte zehrend. So etwas wie ein Gefühl kommt plötzlich in ihm auf, denn Gefühle, die mit Herzenswärme zusammengehen, sie sind für ihn eigentlich fremd. Deshalb mag er Gefühle auch nicht, er bewertet es negativ als Gefühlsduselei. Besonders bei anderen Menschen sind deren Gefühle ihm völlig unverständlich, negativ bezeichnet er es auch als bloße Anstellerei oder als zu wenig Pep.  Aber jetzt im Alter, als er müde des Arbeitens wird, und es geht ihm immer noch nur um sein eigenes ICH, denkt er über sich nach. Dieses ICH ist ihm allerdings immer noch wichtiger als alles andere auf der Welt. Bei anderen Ich’s ist er zuweilen noch immer so abweisend, dass er sagt :„Stell Dich nicht so an!“, wenn es aber um ihn geht, wird sein „ICH“ unüberhörbar laut. Es nervt zuweilen. Alles soll sich um ihn drehen. Wie eine Klette klammert er aber, sobald es ihm nicht so gut geht. Dann sollen andere Ihnen aus eine mißlichen Lage befreien. Er ist unfähig seine Bedürfnisse alleine zu bewältigen. Seine stolz Eltern machten früher alles für Ihre. Nun, da sie nicht mehr da sind,glaubt er andere müssten seine Eltern ersetzen und immer für den Baumriesen Stolz da sein. „Er ruft, und alle springen und helfen ihm.“ Tun sie es nicht, fallen sie bei ihm in Ungnade.

Stolz sehnt nach einem langen Leben  nun nach mehr Bequemlichkeit, weil er merkt, andere helfen ihm nicht mehr so bereitwillig. Alles wird technischer. Da sieht er Bequemlichkeit daher gehen, die ihm plötzlich gefällt. Früher verachtete er sie, weil sie nicht so drahtig sportlich war. Tolle Sache denkt er: „Auf dem Sofa liegen, und das Fenster der Welt kommt jederzeit  zu mir ins Wohnzimmer? Jetzt sogar das fertige Esen. Einfach alles kann ich mir liefern lassen. Er greift zwar immer wie eine Krake in jedes Stromnetz, und verfolgt über Technik alles, was sein Chef der Menschenkörper denkt, bei dem er drinnen sitzt, denn dort steuert  er raffiniert sekundenschnell den damit verbundenen Stolz, seinen Stolz, den andere nur am Menschen sehen oder nicht sehen. Stolz ist im wahren Leben unsichtbar. Baumriese Stolz, im Menschen Xaver, sieht also Bequemlichkeit in dem Menschen Xaver innen drin vorbeiziehen, denn es ist ja ein Märchen. Weil es ein Märchen ist,  kann Baumriese Stolz zur Beauemlichkeit sprechen:

Stolz braucht Bequemlichkeit

„Du, Bequemlichkeit, sag mal, ich bin zwar der Stolz. Eigentlich habe ich alles, alles was man sich wünschen kann. Sieh hier, sogar ein verjüngendes Schönheitselixier besitze ich. Der Alltag wird schneller. Alles soll perfekter als perfekt sein. Ich kann nicht mehr. Deshalb möchte ich jetzt Deine Bequemlichkeit, so wie Du lebst.“

„Gerne! Did verkaufe ich Dir zu Teilen. Gib mir Dein Geld. Ich gebe Dir dafür Teile meiner Bequemlichkeit, alles mit viel moderner Technik“, antwortet ihm die Bequemlichkeit. „Du brauchst dafür nur Strom. Der macht alles für Dich. Du brauchst nicht mehr denken. Einfach Knöpfchen drücken. Alles andere setzt der Strom in Bewegung. Bewegen kannst Du Dich dann im Fitnessstudio. Ab sofort heißt Du dann „Knöpfchendrücker Stolz.“ Stolz fühlt sich geadelt, dass er einen neuen Namen erhält „Knöpfchendrücker“.

Stolz schließt das Geschäft ab. Kurz nach diesem Moment kommt Erfolg und spricht den Stolz an:
„Lieber Stolz, so wie Du, so möchte ich auch sein. Ich möchte etwas von Deinem Stolz kaufen. Hoch erhobenen Hauptes will ich durch die Straßen wandern. Alle bewundern mich und schauen mir hinterher. Sie laden mich zu großen Feierlichkeiten ein. Ich darf dann überall in der ersten Reihe sitzen, auf Reisen werde ich mitgenommen. Alle anderen wollen sich in meinem Glanz sonnen und ich entscheide dann, wer sich in meinem Glanz sonnen darf und wer nicht.“

„Ja, lieber Erfolg, das trifft sich gut. Du hast ausgesprochen Glück. Gerade suche ich jemanden, der mein Stolz Imperium weiter führt. Alle meine Eitelkeiten gebe ich Dir, wenn Du mir jetzt einen Großteil Deines Vermögen gibst. Soviel hoch ist mein Verkaufspreis für meine Stolz Firma. Außerdem will ich jeden Monat Geld von Dir dafür. Machen wir das Geschäft? Weißt Du, ich bin alt. Ich bin heute mal großzügig. Die Schönheit gebe ich Dir als Rabatt gratis dazu. Das ist mein Geschenk an Dich.“

Der Erfolg kann es kaum erwarten. Er wird gierig.
„Für alle drei Eitelkeiten, für den Stolz, für die Bequemlichkeit, und als drittes gibt’s sogar noch die Schönheit als Rabatt gratis dazu? Was habe ich heute für ein Glück? Was ich spare? Super ist das. Ein Schnäppchen habe ich gemacht“, so klingelt es in seinem Gehirn. Spontan, gibt er fast alles was er hat sofort dem Stolz. Der Stolz reibt sich heimlich frohlockend seine Hände.

Hoffnung

Als der Stolz einige Monate später wieder seine monatliche Rate beim Erfolg abholen will, gibt’s kein Geld. „Lieber Stolz. Das war doch alles ein bißchen teuer. Deine Firma bringt nicht das Geld ein, was Du mir versprochen hast.“ „Versprochen? Ich? Du bist selbst verantwortlich, wie Du alles vermehrst. Du musst Netzwerke knüpfen. Wenn Dich keiner sieht, hilft Dir mein übergebener Anteil von Stolz und Schönheit, Bequemlichkeit nichts. Du musst den Strom schon alleine in Gang setzen, den Dir die Bequemlichkeit frei Haus liefert.“ „Die monatlichen Kosten fressen mir die Haare vom Kopf.“
„Ach, deshalb hast Du jetzt eine Glatze. Dagegen habe ich etwas, Kauf meinen Glatzensprießer!“ „Hör auf! Ich habe kein Geld mehr“ was ich hatte, das hast  Du jetzt.“ „Fehlt nur noch, lieber ehemaliger Erfolg, dass Du mich einen Betrüger nennst.“ „Nun ja, Dein Adressenpaket war veraltet. Deshalb funktionierte trotz Strom das ganze Netzwerken nicht.“ „Vorsicht, ehemaliger Erfolg! Ich verklage Dich, wenn Du meinen Ruf schädigst.“ „Geh weg Du Stolz. Ich will nichts mehr mit Dir zu tun haben.“

Der Erfolg wird traurig, weil auf einmal auch noch seine Verbündeten verduften. Das geht in Windeseile. Schwupp laufen sie alle weg, der Stolz, die Schönheit, die Bequemlichkeit. Sie suchen lieber neuen Verbündete in anderen Menschen, die sich Eitelkeiten leisten können und damit prahlen, und Eitelkeiten geschickt nutzen, zum Vermehren.

Zu spät merkt Erfolg, dass sein Erfolg sich also nur mit Geld halten lässt. Ohne Moos ist nix los! Geld ist weg, und ach, oh, weh, er bleibt allein. Der reingelegte Erfolg wird plötzlich von anderen Eitelkeiten geächtet. Zurück bleibt sein ICH mit einem hoffnungsvollen schönen Lächeln. Das ist sein restliches Kapital. „Mit meinem Lächeln könnte ich neu anfangen“,  denkt er grübelnd.

Die Hoffnung sieht ihn, freut sich über sein Lächeln. Hoffnung nimmt den geplünderten Erfolg zu sich nach Hause. Beide beginnen ein neues Leben.

Gemeinsam mit ihren eigenen Kräften, dem hoffen der Hoffnung und dem neu entdeckten Lächeln von Erfolg, lächeln beide nun vereint um die Wette. Andere erkennen, den beiden geht’s endlich gut.

Neue Herausforderung

Neider tauchen auf. Das Märchen wendet sich durch Neid, der zerstört. Neid, Mißgunst zerstören immer. Am Anfang dessen steht die Intrige. Die Neider beginnen zu arbeiten. Ihre erste Intrige ist die, bei den Eitelkeiten Unzufriedenheit zu schaffen. Sie setzen Stacheln: „Seht ihr, hättet ihr, dann könnte er nicht Lächeln. Provoziert ihn. Ärgert ihn. Fordert immer Neues von ihm. Macht ihn  unzufrieden.  Nervt! Nervt solange bis Erfolg nicht mehr lächelt. Dann gehört das Lächeln Euch. Wir sind die Neider, wir versprechen Euch, dass es so klappt. Das Lächeln wird dem Erfolg vergehen.“ Der Stachel heißt also als Ziel: „Eitelkeiten, holt Euch euer Lächeln zurück.“

Es beginnt mit dem „wollen“. Die drei Eitelkeiten wollen ihr Verkauftes wieder zurück. Sie wollen sich auch so wohl fühlen. Sie wollen genauso fröhlich frei lächeln wie Erfolg. Sie wollen, wollen immer maßloser werden sie in ihren Forderungen,  richtig frech, fast unverschämt werden sie. Zuletzt drücken sie noch den Preis, indem sie überall an dem Lächeln herummäkle. Sie wollen  es am Liebsten so billig, wie das Lächeln der Masken, die nur noch Kopien des wirklichen Lächeln sind. Das Exhte, wahre, körpereigene Lächeln wollen sie so billig, wie das maschinell ausgestanzte Lächeln. Hauptsache schnell und billig. Der Preis ist geil.

Irgendwo und irgendwann geht das Märchen weiter. Es wird bald Weihnachten, im Dezember mit seinem magischen Zauber.

…..

© Ute M.

15.12.2019

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