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  • Gepostet am 10. Oktober 2022
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KUCKs bleiben 2022 optimistisch # 5

KUCKs bleiben 2022 optimistisch # 5

„Ben! Wohngeld?“

 

„Hallo Chris! Bleibt es morgen bei dem Termin? Gut. Dann bis morgen.“, damit beendet Ben sein Handygespräch. „Entschuldigt. Chris nimmt mich morgen mit. Er will auch seinen Anspruch morgen auf Wohngeld prüfen lassen.“

„Wenn jetzt alle Wohngeld beantragen? Wie soll das Personal das schaffen?“

„Die Bearbeitungszeit dauert einfach länger.“, berichtet UMA.“

„Und wer bezahlt…aber das hatten wir schon.“

„Wir!“, sagte UMA lächelnd.

„Vielleicht kommt deshalb das Bürgergeld, damit mehr Menschen Geld zur Verfügung haben, und weniger Menschen Wohngeld beantragen müssen, UMA?“

„Wahrscheinlich weniger Personal. Bezahlen müssen so oder so wir.“

„So wie du gesagt hast. Die Letzte beißen die Gesunden? Hört sich seltsam an. Ich kenn es nur so. Den Letzten beißen die Hunde.“

„Hier geht es um Geld, Menschen und nicht unschuldige Hunde. Sie beißen nur aus Jagdtrieb.“

„Och, ich fühle mich schon irgendwie als Getriebener. Die Situation treibt mich vor sich hin. Gut, vielleicht wird das ständige nackig machen mit Bürgergeld seltener, das mit den Anträgen ausfüllen entfällt häufiger? Ich fühle mich gedemütigt, beim Amt immer wieder bitte, bitte sagen zu müssen. Allerdings bin ich immer auf meine Arbeitsergebnisse stolz gewesen. Das Geld dafür war tatsächlich wie Belohnung. Jetzt kommt es mir wie Almosen vor. Es ist ein komisches Gefühl.“

„Arbeit hat einen eigenen Wert. Der sollte gestärkt werden.“, stimmt KURTI nachdenklich zu.“

„Der wird so gestärkt, dass später das Alterseinkommen ehemaliger Berufstätiger im Alter nicht reicht, so wie ich das mitbekomme. Wer will im Alter schon Flaschen sammeln müssen?“

„Keiner!“

„Deshalb habe ich dich gefragt KURTI, ob es auch eine Mindestrente gibt? Sunnys Lebensparter muss nämlich andauernd wegen Zahlungen irgendwelche Anträge stellen. Deren Freundin Corinna weigert sich. Sie geht lieber nur zur Tafel, sie spart ohne Ende. Dabei bekommt sie weniger als Sunnys Lebenspartner.“, entgegnet Ben.

„So viel ich weiß, ist Rente etwas Staatliches. Da gehe ich doch davon aus, dass hier eine rote Linie eingezogen ist. Interessiert mich ehrlich auch nicht. Das dauert noch paar Jahre. Merkwürdig, wenn Mindestlohn etwas frei ausgehandeltes, zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, warum bestimmt man einen Mindestlohn.“, brummelt KURTI unwirsch.

UMA prustet: „Warum höre ich nichts von Mindestrente, von Abstandsgebot bei der Rente, wenn Rente staatlich ist?  Verstehe ich nicht.“

„Aufhören!“, ruft Ben entnervt. „Ich dachte, es wird hier schön.“

„Wird es auch. Vorher will ich wissen, warum werden manche Berufsgruppen so niedrig bezahlt?“, bleibt UMA unverdrossen bei ihrer Frage.

Die Männer lachen. „Kurt du.“ „Ben, nein du.“

„Weiß ich nicht wirklich. Wertschätzung der Verantwortlichen?“

„Die sind?“

„Die werden mit der Erziehung den Kindern mitgegeben“

„Keine Bildung, keine Wertschätzung? Ein Leben lang dann keine Wertschätzung oder …“

„Hör auf UMA. Die Auswirkungen am Ende sehe ich, wie jeder andere auch. Oder warum haben wir Chaos bei Preisgestaltung!“

„Ben, auch wenn mich Finanzjongliererien wenig interessieren, so weiß ich, dass dieses ganze Preisgehabe menschlich hausgemachte Gedanken Konstrukte nicht mehr nur von Angebot und Nachfrage Subdominante.“

„Da bin ich aber mal gespannt.“

“Außer viel Steuern, meines Erachtens viel zu viel Wegelagerei, sind es jetzt, irgendwas englisches, and order oder so ähnlich.“

„UMA, du meinst wahrscheinlich, dass nach dem Teuersten sich alle anderen Energiepreise anlehnen. Irgendein englischer Begriff, damit es kaum jemand versteht. Dabei verstehe ich dieses Konstrukt eigentlich nur so: Möglichst viel abkassieren, verdienen, spekulieren.“

„Ach Ben! Spekulieren! Für mich hat das etwas mit spielen zu tun. So kommt dieses Gaspreisgetöse auch vor. Kalkulation ist etwas Seriöses. Weil das nicht mehr seriös funktioniert, bricht das Kartenhaus zusammen. Jeder will machen, verdienen, was er will.“

„Krisenmodus heißt das modern. Immer neue Bewältigungsstrategien. Mich mutet das an, „Wie das Pferd am Schwanz aufzäumen“, statt Ursachen stoppen. Während eine Krise die nächste jagt, wächst bei manchen Rohheit. Wo soll dann Platz für Wertschätzung bleiben?“, sagt Ben traurig.

„Überlastung, Arbeitsdichte bei wenigen, Dichte, Enge, beinhaltet immer Gefahr zur  entwickelnden Rohheit. Die Grundbedingung für Wertschätzung ist Mitgefühl. Ansonsten grassiert Verdrängung, rohe Verdrängung.“, pflichtet UMA ihm bei.

„Ein Dilemma UMA. Ich habe das gestern erst im Krankenhaus erleben müssen. Alleine, wie manche die Schwestern und Pfleger, Pflegerinnen verbal angehen. Schlimm! Danke und Bitte sind mitunter Fremdwörter? Einfach widerlich, manchmal, aber das reicht, um den ganzen Tag als Scheiße zu erleben.“

„So schlimm!“, fragt UMA aufmerksam.

„Ja!“, reagiert er spröde.

„Ich bin auch manchmal geschockt.“

„Manche duzen Schwestern, Pfleger einfach. Einfach respektlos. Dabei haben sie es jetzt besonders schwer. Krankenhäuser haben kein Geld. Sie dürften kein Geldpolster für schlechte Zeiten anlegen, sondern an Aktionäre auszahlen. Was ist hier bloß alles vermasselt worden, Geld verschwendet an teure Berater, die unsere Krankenhäuser als Profitmaschinen umfunktioniert haben? Personal unterbezahlt, überarbeitet. Individuelle Menschen sind mit Fallpauschalen vernormt worden. Gräßlich! Auswirkungen auf Kinderkliniken oder Geburtsabteilungen, die damit als unrentabel gegenüber Hüftgold OPs geworden sind? Profit! Der Mensch bleibt auf der Strecke! finde den Fehler KURTI.“

„‚Die Letzte beißt die Gesundheit’, war’s so UMA? Ja, ich erlebte gestern an der Kasse respektloses. Geringschätzung! Fordern! Also ich setze noch einen drauf, und dann ist Schluss mit dem „Letzten beißen die Hunde oder ,Die Letzte beißen die Gesunden‘.

Kann mir jemand erklären, warum man alles mit Preisen zuerst in den Himmel wachsen lässt? Wir haben Fachleute, oder? Bei der Inflation wird in den Markt eingegriffen. Wo ist die Eingreifftruppe für sittengerechte Preisgestaltung, anstatt immer hinterherzulaufen mit sogenannten Pflastern. Das ist das für mich, wenn es heißt Entlastung, Hilfe usw.“

KURTI zuckt mit den Schultern und flüstert: „Freie Marktwirtschaft.“

„Blödsinn. Menschen gestalten Rahmenbedingungen. Mein Onkel erzählte  früher, sie waren damals gezwungen Preise immer sittengerecht zu kalkuliere.

Das heißt, unter echten Herstellungskosten dürfte nichts verkauft werde. Das sicherte auch den sozialen Frieden, KURTI. Auch nach oben, gab’s Deckel, alles zur Sicherung, des sozialen Friedens. Sonst hätten sie sogar bestraft werden können. Das weiß ich nur vom Hörensagen. Meine Tante sagte mir letztens, das gab es hier Bus nach dem Krieg auch.“

KURTI guckt ihn unwissend an, und zuckt nur mit den Schultern.

„Deine Cousine sprach letztens darüber, Und du weißt jetzt nichts?“

„Ich kann mich nicht erinnern.“

„Egal! Jedenfalls viel zu spät wird reagiert. Wir als Letzte müssen den verbockten Mist ausbaden, oder, KURTI?“

KURTI guckt ihn an, lächelt süffisant, denn er will, dass Ben endlich damit aufhört. KURTI interessieren Ben’s Probleme heute gar nicht, und die Rente ist so weit weg. Er denkt, solange es ihm gut geht, beschäftige ich mich nicht mit ungelegten Eiern. Das Chaos wie es mit künftigen Energierechnungen raubt ihm dagegen den Nerv. So viel Geld ist noch da für alles mögliche da, lässt er seinen Gedanken freien Lauf mit einem innerlichen Selbstgespräch:

„Wißt ihr, ich will mein geordnetes Leben zurück. Aufregung sind verlustreiche Reibungsverluste, ohne Sinn und Zweck. Warten wir mal ab. Der nächste Sommer kommt. Dann brauchen wir eher eine Klimaanlage, nachdem sie hier unseren schönen alten Schattenspender abgeholzt haben, meinen Lieblingsbaum. Das ist mein Problem. Hallo, wer ruft Hallo?“

„Hallo, hörst du uns noch zu?“

„Entschuldigt. Ich ruf nachher Sunny an. Vielleicht weiß sie etwas über Mindestrente.“

„Bei Zufallsgewinnen sind wir schon. Hast du geträumt? Ich wiederhole kurz. Weißt du, warum immer erst nach Preis-Explosionen gejammert wird? Also immer erst hinterher auch gehandelt wird!“

„Zuerst nicht immer. Zweitens, es wird mehr und mehr nur reagiert Das ist spätes handeln auf etwas.“

„Willkommen KURTI, danke. Na gut, warum wird nur reagiert?“

KURTI lächelt und zuckt mit den Schultern.

„ Ich sag’s dir, das ist wie Festhalten am Schreibstift. So sieht es aus, als würde man bloß abarbeiten, nur das, was absolut dringend ist. Wo bleibt Planung, Nachhaltigkeit zur Prävention?“

„Ben, jetzt wirst du ungerecht. Das ist polemisch. Das ist nicht wahr!“ antwortet KURTI leicht gereizt.

„Du zuckst immer nur mit den Schultern. Endlich, hast du mal Stellung bezogen. Ich weiß auch, dass alle fleißig arbeiten, die solche Probleme jetzt lösen müssen. Deshalb ist Effizienz und Nachhaltigkeit um so wichtiger. Genau das vermisse ich, das ist nur so ein Gefühl.“

„Warum Gefühl!“

„Oft läuft es, wie rein in die Kartoffeln. Raus aus der Kartoffel. So wie mit einer Gasumlage, vorübergehend Erleichterung. Wer investiert für ‚vorübergehend‘?

„Es klingt wie ständiger Reparaturbetrieb. Meinst du das, Ben!“

„Besser hätte ich es nicht sagen können.“

„Beispiel?“

„KURTI, du willst von mir ein Beispiel? Ich fass es nicht. Vor 30 Sekunden habe ich es dir gesagt. Ich erinnere dich an deine Beispiele aus der letzten Woche in unserer Kneipe. Nun gut. Beispiel! Die vertrottelte Energiewende. Wir erfinden Solar, und geben Förderprogramme, und, und, also jede Menge Steuergelder aus, und lassen Privatbetreiber dann im Regen stehen, wir ließen sie ins Ausland abwandern?“

KURTI antwortet schmallippig: „Wird jetzt verbessert.“

„Wann? Wie? Nur mit Übergangsfristen sollen Beschränkungen gelockert werden. Noch einmal, glaubst du wirklich, da investiert ein Einzelner, wenn er oder sie“, er guckt UMA lächelnd an und fährt fort, „wenn Sie wissen, dass nach der Krise wieder Deckelungen für private Energieerzeuger kommen? Die müssen doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, sich für Unsicheres krumm zu legen. Wenn abzusehen ist, dass irgendwann wieder Rolle rückwärts kommt, gibt man doch kein privates Geld aus. So ist mein jetziges Gefühl, wenn gesagt wird: Vorübergehend dürfen …“

KURTI: „Wahrscheinlich hast du recht.“

„ Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, erst dann wird so richtig ernsthaft thematisiert, so kommt es bei mir an. Verstehst du jetzt, warum ich hier und da ein ungutes Gefühl habe? So oft wird umständlich, kompliziert überlegt, endlos lange, so empfinde ich es, statt Handlungsoptionen offener, geradlinigeres anzugehen. Mehr Sparsamkeit und mehr Zielgerichtetheit wünsche ich mir für schwer erarbeitetes Geld.  So wie beim Rundfunk, was jetzt alles öffentlich wird. Warum erst jetzt. Wieder, viel zu spät. Also ich kann mich irren. Deshalb sage ich, das alles mehr oder weniger ein Bauchgefühl ist. Bens Bauchgefühl.“

„Siehst du Ben, es sind nicht immer Fakten, die dich treffen. Und schon gar nicht betreffen. Beruhige dich. Du wirst nie in die Situation von Zufallsgewinnen, Boni, Gewinnausschüttungen, hohe Pensionen kommen.“ besänftigt UMA ihn.

„Liebe UMA, willst du mir damit vielleicht bereits Urteilsfähigkeit absprechen?“

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