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  • Gepostet am 20. Oktober 2022
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KUCKs bleiben 2022 optimistisch # 6

KUCKs bleiben 2022 optimistisch # 6

 

UMA schüttelt entrüstet den Kopf.

„UMA, Ich stelle momentan die Reihenfolge infrage. Für mich ist es unverständlich, mit wachem Verstand erst dann zu reagieren, wenn sich Fehler offenbaren. Das sind schließlich hochbetahlte, hoch versorgte, also vermeintlich hoch qualifizierte Persönlichkeiten, von Ihnen erwarte ich vorausschauendes handeln. Aber nein, es wird erst reagiert, wenn’s am Schwanz schwächelt.“

„Wirklich? Das muss Dir als Mann eigentlich vertrat sein.“

„Oi, du weißt genau, dass ich lediglich das Ende  bildhaft meine,  dort wo Krisen ihre Folgen offenbaren. Wenn Stillstand eintritt. Rechtzeitig reagieren, das ist immer mein Credo gewesen. UMA, UMA, ich bin verwundert.“

„Versöhnung!“, und sie reicht charmant lächelnd Bens Lieblingspralinen.“

Ben genießt lächelnd: „Dein Glück! Weißt du, in letzter Zeit wird das fast zur Regel. Mein Gefühl des Hinterherlaufens verstärkt sich. Oder warum wird so einigen Ereignissen hinterhergelaufen? Wurden blauäugige Abhängigkeiten eingegangen? Jetzt werden wir alle in Sippenhaft genommen? Das ist unwürdig.“

„Würdig? Unwürdig? Klingt wie aus der Zeit gefallen. Vor dem Krieg hatten wir einen Glauben an offene, friedliche Märkte.“

„Zuerst kommt das Fressen. Glauben gehört in die Kirche. Realitätsbewußtsein muss an Entscheidungsspitzen agieren, klug, sozial, anstatt Glauben .“, antwortet Ben kopfschüttelnd.

„Wenn ich mir das Drumherum derzeit anschaue. Klug? Zerstörung! Und wenn, dann geht’s schlicht und einfach um Mehrheiten. Mehrheiten! Das bekommen weder Kluge noch Würdevolle komplikationsfrei derzeit hin. Zu viel ist aus den Fugen geraten, dort, wo wir geglaubt haben, dass Handel Wandel schafft. Brecht hatte recht, so wie es sich zeigt. Das ist Realität.“, zieht UMA ihre Schlüsse.„Hilft nichts. Auch poltern hilft nicht.“

„Poltern gibt’s nicht mehr. Der Polterabend ist vorbei.“

„Ja, schade. Alte Waschbecken, Porzellantassen, Lustig war es. Ich vermisse solche Höhepunkte mit Spaßfaktor. Irgendwie war es ursprünglicher, mit Wildheitsfaktor. Ich brauche Spaß.“, wendet sich UMA an ihre beiden Zuhörer.

Ben reagiert mit:„Jugend hat den.“, während KURTI sich, geistig abwesend,  mit seinem Handy beschäftigt.

UMA noch immer leicht empört äußert sich: „Manchmal brachial, mit verletzendem, schockierenden Zerstörungsfaktor.

Das ist doch kein Spaß! Noch nicht mal Bilder im Museum sind vor ihnen sicher. Aber andrerseits sind sie es, welche uns Superkorrektheit abverlangen, angefangen beim sprechen.

Manches passt nicht zusammen, finde ich. Einerseits soll alles schön, sauber korrekt im Alltag sein, egal ob alltagstauglich oder nicht, andrerseits wenn’s mal neben der Spur ist, dann sowas von daneben mit Aktionen, dass es oft schockt. Das empfinde ich als Verstärkung von multiple Krisen. Das sind  verletzende Schockerschütterungen. Das mag ich nicht.“

„Du wirst nicht gefragt UMA.“

„Aber du Ben, dass du das so gelassen hinnimmst? Aber über den zunehmenden Formularkrieg, Bonquittungen für Brötchen, da regst du dich auf.“

„Ich rege mich über Kontrollwahn und unnütze Abholzung von Bäumen für Papierbons bei Kleinstbeträgen auf. Das macht rund 5.000 Bäume als Rohmaterial dafür alleine in Deutschland aus, heißt es. Dagegen klebt sich keiner fest.“

„Ben, an Bäumen festkleben? Das stört nicht den Berufsverkehr.“

„Du siehst das sehr kritisch.“, erwidert UMA zögerlich.

„Sagen wir mal, Verantwortliche, ohne eine gewisse Klugheit dürften keine Verantwortung tragen, oder? Oder findest du es klug für zirka 10 Stühle mit abschließbarem Behältnis rund 10.000 Euro Steuergeld auszugeben? So geschehen in Haan. Dort musst du digital die Sitzgelegen heut buchen, Schlüssel im Rathaus holen. Ach guckt einfach nach. Ist kein Witz. Steht im neuen Schwarzbuch.“

KURTI guckt interessiert hoch.

„Deswegen bist du aber nicht sauer, Ben?“

„KURTI, ich bin verstimmt, weil ich leide. Ich leide aufgrund, aber soll ich das alles aufzählen? Das Letzte ist für mich einfach die seitenlange Bürokratie, für etwas, was in Computern gespeichert ist. Da lobe ich mir Japan oder Estland, sogar die Niederlanden sind effizienter.“

„Da wird auch nur mit Wasser gekocht.“

„UMA, Japan hat ein Gesetz, dass Bürger gegen Unzumutbares schützt. Ich glaube kaum, dass dort seitenlange Formulare ausgefüllt werden müssen. Kostet auch ein Schweigegeld, diese zu bearbeiten.“

„Und die anderen?“, hakt UMA nach.

„Estland? Da musst du einfach mal im Netz suchen. Unglaublich, wie digital sie sind. Nachteil, ich weiß nicht, wie sie das mit Bargeld halten. Das ist mir so nämlich sehr wichtig. So wichtig, dass nicht darauf verzichten will.“

„Ben, Niederlanden kenne ich, Ein tolles Rentensystem haben die. Bräuchte man hier nur abzukupfern. Oder zumindest es so wie in Österreich machen.“

„Ganz modern ist in den Niederlanden die bidirekte Stromeinspeisung.“

„Das was?“, fragt KURTI neugierig.

„Richtig! Bei uns wird Autarkes abgeschottet.“, erklärt UMA.

„Sind deshalb bei uns die Konzerne so groß geworden?”, lacht Ben?

KURTI schweigt, dann fragt er: „Sag schon. Was heißt bidirekte Einspeisung?“

KURTI: „Verbote schützen! Sie verbannen neue Ideen zum krepieren.“

„Das reicht?“, sagt Ben nun.

„UMA, ich bin nicht allwissend. Überleg mal. Verbietest du etwas, verhinderst du es. Schluss! Aus! Ende mit der neuen Idee! Ruhe im Karton, und gut ist’s mit altem Trott.!“

„Du kannst es trotzdem probieren, Ben!“

„Früher war das leichter. Wir haben mehr experimentiert. Jetzt? Ich weiß nicht.“

„Ben, Wenn es dann trotzdem gemacht wird, wird’s schnell bestraft. Wird Klage eingereicht, dann ist Geld vonnöten. Damit und vielleicht einem positiven Urteil, erst dann geht’s an die Forschung, Entwicklung, Testung, kosten, Kosten usw.. Wer kann das schon? Dieses Dilemma lösten erst vor kurzem die Crowd Founding Ideen. Du siehst also, was ein vorschnelles Verbot anrichten kann.“

KURTI  nickt: „Hm, woanders geht’s fortschrittlicher? So, so, da muss ich demnächst mal drauf achten. Ich dachte wir wären modern, wenn auch noch nicht nachhaltig. Benn, was ist bidirekte Einspeisung?“

„Ganz einfach KURTI. Wir hören andauernd, wir haben keine Speicher. Deshalb könnte uns ein Blackout drohen. Uns wird Angst gemacht. Völlig abwegig. Wir haben jede Menge Speicher. Nämlich jedes E-Auto ist bereits ein Speicher. In den Niederlanden, dort darf vom Auto Strom ins Haus gespeist werden, Bei uns ist das verboten. Hier dürfen wir nur. Na ja, Ihr kennt die komplexen Verbote, oder?“

„Strom vom E-Auto ins Haus? Das ist eine gute Sache. Das ist bei uns verboten?“

„Noch!“

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