image
  • Gepostet am 14. März 2020
  • Autor/-in: ©

Glückliches Leben. Was könnte Liesel bedeuten?

Liebevoller Name „Liesl“?

Hier auf dem Blog wurde am 8.3.2020 der Gänselieselbrunnen in Göttingen abgebildet. Er ist historisch. Deshalb wird er nicht verändert. Aber wie ist das mit historisch gewachsenen Namen?

Welches Bild verbindet sich gedanklich zum Beispiel mit „Liesel“, „Liesl“, „Lieschen“? Das sind Namen, die allesamt von „Elisabeth“ (Gottes Schwur) abgeleitet worden sein sollen.

Das fleißige Lieschen, das hat sicherlich schon jeder einmal gehört. Auch eine andere Eigenschaft wird mit diesem Namen verbunden, nachzulesen im Text eines alten Volksliedes.

„Warum?“,  das haben sich KUCKs am Frauentag gefragt, nachdem sie durch Zufall „Liesel-Bilder“ bei ihrer Recherche fanden.

Historie des Namen

Wann tauchte der Name erstmals auf? Warum bedeutet Liesel oder Lieschen oftmals naiv, blauäugig, nicht durchsetzungsfähig oder sogar „dumm“?

Noch immer ist das alte Volkslied „Wenn der Topf aber nun ein Loch hat“ präsent, in dem  die Liesel zwar mit „lieb“ umschrieben, aber eher ‚als der Welt entrückt‘ beschrieben,  unverblümt in der zehnten Strophe verletzend als „dumm“ besungen wird.

Gender lässt zwar grüßen, doch diese Liesel scheint vergessen worden zu sein? Oder ist das so historisch, dass es nicht verändert werden kann/sollte? Doch welche Geringschätzung einer fleißigen weiblichen Gänsemagd wird damit signalisiert, und vor allem, warum in dieser Art?

Welche Bedeutung hatte Liesel früher? Zeitlich, wann früher? Im Mittelalter?

Warum ist Liesel, oder Lieschen im Zeitalter gut ausgebildeter,
berufstätiger, emanzipierter Frauen und Genderdiskussionen
noch nicht zeitgemäßer angepasst, modernisierter angepasst worden?

Wer kann dazu etwas sagen, fragen sich seit dem Frauentag plötzlich Frauen bei KUCK.

Warum Gänseliesl?

Kompliziert wird es, wenn die Bedeutung der Gans hinzugezogen wird.

Gut, die Liesel hütete in der bäuerlichen Welt die Gänse. Das war eine ehrbare Arbeit, doch wenig geachtet? Allerdings damals wie heute gab es dieses Schimpfwort dumme Gans. Sie schnatterte! Sie schnattert, so wie andere Tiere auch ihre Laute von sich geben, wenn sie Emotionen frei setzen.  Ist sie deshalb bereits dumm? Der Hund, der bellt, was ist er?
Alle Lebewesen leben Emotionen, egal ob weiblich, männlich oder Tier und dabei geben Sie die ihnen biologisch angelegten Töne von sich.

Bewertung durch Menschen in positiv oder negativ, das macht es
kompliziert.

Wurde von der Gans diese Eigenschaft „dumm schnattern“ gedankenlos auf weiblich und damit auf die weibliche Liesel übertragen? Wer „plapperte“ das in welchem Jahrhundert ohne Sinn und Verstand von wem unüberlegt nach? Andere fanden es lustig und so entstand das obige Volkslied? Denn ob das plappern der Gans wirklich dumm ist, das wäre noch zu überprüfen. Mit ihrem „Schnattern“ leistet sie mitunter bessere Aufpassarbeit als so mancher Wachhund. Gänse können sehr aufmerksam, aber auch angriffslustig sein, wenn sie etwas verteidigen.

Oder war die Gans deshalb dumm, weil sie sich zum Martinsfest
schlachten ließ? Wird sie gar wegen ihrer Vertrauensseligkeit zu ihrer Magd verspottet? Ihr Urvertrauen wird verspottet, während wir sorgsamst in der Erziehung darauf achten, dieses bei Kindern zu stärken und alle schädlichen Angriffe abwehren?

Damals war einiges anders. Anders als heute dachten vielleicht einige. Diese wenigen, sie meinten Liesel sei deshalb bereits als dumm zu betrachten, weil sie in historischen Zeiten dem Landbesitzer als jährliche Steuer die Gänse zum Martinsfest freiwillig, ohne zu handeln, einfach ablieferte? Nur vielleicht, denn Männer handeln/feilschen eher, und je mehr Gewinn sie erzielen, als um so klüger gelten sie? Daran hat sich in der Gegenwart wohl nicht all zu viel verändert? Ihr Ansehen steigt, je mehr sie dem anderen etwas abjagen. besser gesagt, ihn oder sie über den Tisch ziehen? Mitunter fälschlich als Durchsetzungskraft bezeichnet? Kraft ist unbestritten ein Beiwerk.

Grit, die Spontane hat mal wieder einen Spruch:

„Kräfte messen, Frauen vergessen, und die Menge johlt selbstvergessen.“

Entwicklung  im öffentlichen Raum

Die Duskussion der Frauen setzt sich fort.

Warum entstanden damals in so mancher Stadt Trinkbrunnen, die bis heute den Namen Gänselieselbrunnen tragen? Oder entstanden sie tatsächlich nur als rein notwendige Tränke für die damals vielen noch frei laufenden Gänse?

Bis heute bestehen diese Liesel Bilder als Gänseliesel unverändert fort. Die einen sagen, dass aus historischen Gründen das Liesel-Bild mit der Gans nicht verändert werden werden soll, und andere sagen, dass der weibliche Name Liesel lediglich aus Gedankenlosigkeit mit Frau im Allgemeinen einfach gleichgesetzt wurde und noch wird? Das wird dem fleißigen Gänseliesel nicht gerecht.  Bleibt die Frage, wendet Anna ein:

„Warum bestehen in manchen Stadtbildern noch unverändert die Liesel Bilder mit der Gans im Sinne des obigen Volksliedes unkritisch weiter?“

„Das Frauenbild hat sich besonders im letzten Jahrhundert sehr verändert.
Also sollten Liesel-Bilder auch dem modernen Frauenbild, zumindest sanft, moderat angepasst werden? Oder?“

Fragen über Fragen!

Modernisierung?

Wäre es deshalb an der Zeit, dass das Liesel-Bild auch im öffentlichen Raum wertschätzender modernisiert werden müsste, damit das „naive“, gute, freundliche, fleißige Lieschen nun im Volkslied angemessen auftaucht? Doch was ist angemessen? So angemessen, dass sowohl weiblicher als auch männlicher Charme erhalten bleiben.

Oder müsste sich in Augenhöhe paritätisch ein männlicher Bauernbursche zu einem historischen Liesl dazu gesellen? Weil eine Frau alleine bei einigen als Rollenbild noch immer als so genannt nicht „vollständig“ gilt, ist das dann wirklich weniger wertschätzender?

Aber vielleicht sollte das obige Volkslied sogar wertschätzender modernisiert werden, damit bei Liesl gleich Frau noch nicht einmal im Ansatz der Gedanke einer Diskriminierung aufkeimen kann?

Heute hat die Hans-Böckler-Stiftung mal wieder bekannt gegeben, wie alljährlich seit zig Jahrzehnten, wobei sich aber einfach nichts nennenswertes verbessert hat, das die Lohnschere zwischen Mann und Frau weiterhin besteht.
Konkret z.B. Frauen mit gleicher Berufsausbildung und zehnjähriger Erfahrung, zu betonen ist bei gleicher Leistung, Frauen verdienen u.B. als Fililalleiter- oder Vertriebsleiter durchschnittlich noch immer rund 18% weniger? In Euro sind das netto monatlich, jährlich, in einem Arbeitsleben und schließlich bei rund 20 Rentenjahren wieviel Verlust? Fast ein Reihenhaus?

Ist das noch immer ein Erbe der „Liesl“ oder der unbezahlten „Kümmerin“?

Wozu erfolgten und erfolgen kostentreibenden Studien, Jahr für Jahr, und das seit Jahrzehnten, wenn sie nach mindestens 50 Jahren, also nach rund einem halben Jahrhundert, so wenig zur Schließung dieser Gerechtigkeitslücke  beitragen konnten?

Erstaunen in der Gruppe und die Erkenntnis:

„ Das ist ja wie das jährliche Schwarzbuch? Makulatur? Seht, es passiert was: Prüfen  publizieren, bitte das nächste Projekt, während es dem Einzelnen an der Basis, am Minimum fehlt?

Das wird dann wieder geprüft, publiziert und beim nächsten Projekt, wie in der Vergangenheit, in regelmäßiger Wiederholung erneut prüfen, publizieren, und das Rad  vielleicht ein bißchen anders weiter drehen für das nächste Projekt, bitte? Es darf nicht langweilig werden! Projekte brauchen Futter?“

Das fragen Frauen bei KUCK, alles auf dem Rücken von Liesel, oder ist das einfach nur menschlich, die allbekannten zwei Seiten einer Medaille?“

Welche sachlich guten Erklärungen gibt es?

Bücher über die gegenwärtige Realität

Buch: Christina Clemm „Akteneinsicht“

Buch: Antje Joel „Prügel“

Buch: Paula Irmschler „Superbusen“

© KUCK GUCK!

Wir veröffentlichen Ihr kreatives Werk!

Senden Sie dazu Ihre Arbeit an info@potpourri-see.de

Hier ist Ihre Chance!
Nutzen Sie diese Bühne für Ihre Präsentation!
Teilen Sie! Ihr selbst gefertigtes Werk, hier als Foto!
Es ist möglich.

1 Kommentar zu „Glückliches Leben. Was könnte Liesel bedeuten?“

  1. Werner Prast

    Sagt die eine Gans zur anderen: „Sing mir noch mal das LIED VOM TOD.“
    Da schmettert die andere los: „Sankt Martin, Sankt Martin…..“

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihr Kommentar erscheint nach der Prüfung durch unseren Administrator.

Weitere Beiträge:

Potpourri-See

Über den Blog
Dieser Blog, er ist eine kreative Textwiese, offen für junge und erfahrene Autoren, für Kreative, die etwas präsentieren/zeigen möchten. Buchstaben werden hier in Gedichte, Märchen, kurzen Texten von ernst bis heiter hübsch verpackt und sollen in unregelmäßiger Abfolge erscheinen.
Wer ebenfalls meint, sein Text schlummert schon viel zu lange in der Schublade, kann sich gerne anmelden, per Mail hier kontaktieren, und wer weiß, vielleicht steht auch dieser Text oder dieses Bild, Foto, dann bald hier.

Oktober 2020
M D M D F S S
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Neue Kommentare

Scroll to Top